Pfandbriefforum

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 Fundierte Bankschuldverschreibung


Basis-Information

» Fundierte Bankschuldverschreibung

  • Fundierte Bankschuldverschreibungen – auch Covered Bonds genannt – können von allen österreichischen Banken, wenn dies in den Statuten der Bank vorgesehen ist, auf Grundlage des „Gesetzes von 1905, betreffend fundierte Bankschuldverschreibungen“ – kurz: FBSchVG begeben werden.

  • Sie sind durch einen Deckungsstock besichert. Als Deckungsmasse ( „Kaution“) eignen sich:
    • Kredite und Wertpapiere, die durch ein Pfandrecht in einem öffentlichen Buch besichert sind
    • mündelsichere Forderungen und Wertpapiere
    • Forderungen gegenüber bzw. Wertpapier begeben von einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, einer Regionalregierung oder einer örtlichen Gebietskörperschaft eines Mitgliedstaates des EWR sowie der Schweiz (wenn die zuständigen Behörden nach Art. 43 Abs. 1 lit. b Z 5 der Richtlinie 2000/12/EG eine Gewichtung von höchstens 20% zuordnen) oder wenn eine dieser Körperschaften die Gewährleistung übernimmt;
    • Sicherungsgeschäfte zur Verminderung der Gefahr künftiger Zins-, Währungs- oder Schuldnerrisiken; und im begrenzten Umfang Ersatzdeckung.
  • Ersatzdeckung in Höhe von 15% des Deckungsstocks ist in Form von Guthaben bei Zentralbanken der Zone A oder bei Kreditinstituten gemäß § 2 Z 20 BWG bzw. in Geld zulässig.

  • Die Deckungsmasse wird von der Emittentin in einem Deckungsregister geführt. Zusätzlich wird bei hypothekarisch besicherten Forderungen die Zuordnung der Forderung zum Deckungsregister mit dem „Kautionsband“ im Grundbuch angezeigt.

  • Die ordnungsgemäße Deckung wird von einem von der österreichischen Finanzmarktaufsicht bestellten Verwalter dem Regierungskommissär regelmäßig geprüft.

  • Der Gesamtbetrag der im Umlauf befindlichen fundierten Bankschuldverschreibungen, die Zinsen sowie die voraussichtlich im Konkursfall anfallenden Verwaltungskosten müssen jederzeit von der Deckungsmasse gedeckt sein. Eine barwertige Deckung mit einer Überdeckung von mindestens 2% kann in den Statuten der Bank vorgesehen werden.

  • Die Aufnahme von Forderungen in das Deckungsregister muss dem Kreditnehmer zuvor angezeigt werden. Mit der Anzeige zur Aufnahme in das Deckungsregister erfolgt ein Aufrechnungsausschluss des Kreditnehmers.

  • Im Konkursfall der Emittentin bildet die Deckungsmasse eine Sondermasse zur Befriedigung der Forderungen aus den fundierten Bankschuldverschreibungen und den Derivatvereinbarungen.

  • Fundierte Bankschuldverschreibungen erfüllen die Voraussetzungen der OGAW Richtlinie Art. 22 (4) (engl. UCITS Directive) und sind mündelsichere Anlagen lt. § 230 b AGBG